Saarland-Synthesizer
| Ansprechpersonen | Martin Hennecke |
| Arbeitsgruppe/Organisation/Firma | HBKsaar / Landesmusikrat Saar |
| Medienprojektgruppengröße |
2-3 Dieses Projekt ist auch offen für Studierende der HBKsaar. Diese zählen bei Teilnahme nicht zur obige Gruppengröße. |
Entwicklung eines webbasierten Saarland-
Synthesizers zum Instrument des Jahres 2027
Aufgabenstellung
2027 wird der Synthesizer von den Landesmusikräten zum Instrument des Jahres ausgerufen. Da es sich dabei nicht um ein klassisches akustisches Instrument, sondern um ein elektronisches und oft schwer greifbares Klangwerkzeug handelt, soll im Rahmen dieses Medienprojekts ein öffentlich zugänglicher, webbasierter „Saarland-Synthesizer“
entwickelt werden.
Der Synthesizer soll direkt im Browser spielbar sein und ohne Installation genutzt werden können. Er soll möglichst vielen Menschen einen niedrigschwelligen Zugang zu elektronischer Klangerzeugung ermöglichen und als partizipatives digitales Instrument funktionieren: Nutzer*innen können Klangquellen auswählen, zentrale Klangparameter verändern, eigene Presets lokal speichern und kurze Stücke direkt im Browser aufnehmen.
Seine Klangbasis soll aus Audioaufnahmen und Field Recordings aus dem Saarland gewonnen werden, etwa aus Natur- und Stadtgeräuschen, Industrieklängen, Wasser, Wald, Orten des Bergbaus oder Alltagsklängen. Diese Aufnahmen sollen nicht einfach als originale Samples abgespielt, sondern zu spielbaren Klangmaterialien extrahiert und synthetisch weiterverarbeitet werden (Aufnahmeequipment wird bereitgestellt).
Das Projekt kann um KI-gestützte Funktionen erweitert werden, z. B. zur Segmentierung und Verschlagwortung der Field Recordings, zur Klangähnlichkeitssuche oder als Text-zu-Preset-Funktion, bei der natürlichsprachliche Klangbeschreibungen in Synthesizer-Parameter übersetzt werden.
Nach Projektende soll der Prototyp über den Landesmusikrat Saar öffentlich verbreitet und in Vermittlungsformaten, Workshops und Veranstaltungen eingesetzt werden. Eine prominente Präsentation ist insbesondere beim Konzert zum Instrument des Jahres im saarländischen Landtag im Herbst 2027 vorgesehen
Konzeptionelle Arbeit
Ein wesentlicher Teil des Projekts besteht darin, den Saarland-Synthesizer als digitales Instrument zu konzipieren: Welche Field Recordings eignen sich als Klangmaterial? Wie werden sie kategorisiert und mit Metadaten versehen? Wie lassen sich Samples, Loop-Bereiche, Syntheseparameter und Presets so modellieren, dass daraus ein spielbares und verständliches Instrument entsteht?
Hierzu gehören insbesondere Recherche, Konzeption des Audio-Corpus, Aufnahme und Aufbereitung geeigneter Field Recordings, Entwurf von Systemarchitektur, Datenmodell und Preset-Struktur, Testing auf unterschiedlichen Geräten und Browsern, Evaluation mit Testpersonen sowie Dokumentation von Konzept, Code, Audio-Corpus und
Weiterentwicklung.
Technologische Basis
- Webbasierte Audioanwendung, z. B. mit Web Audio API, Tone.js oder vergleichbaren Frameworks
- Frontend als Website oder Progressive Web App
- Aufnahme, Upload und Verarbeitung von Audio Field Recordings
- Extraktion spielbarer Klangmaterialien aus Field Recordings und deren Weiterverarbeitung durch samplebasierte Synthese, Wavetable-, Granular-, subtraktive oder FM-Synthese
- Parametrisierbare Audio-Engine mit Filtern, Hüllkurven, Modulationen und Effekten
- Lokale Datenhaltung für Presets, Projekte und Audiodateien
- Optional: KI-gestützte Segmentierung, Tagging, Klangähnlichkeit oder Text-zu-Preset-Funktion
Sammlung Funktionaler Anforderungen
Die konkrete Gewichtung der Anforderungen in Must- und May-Haves erfolgt zu Projektbeginn; dabei wird auch der geplante Einsatz KI-gestützter Code-Agenten abgefragt und bei umfangreicher Nutzung durch einen entsprechend größeren oder anspruchsvolleren Funktionsumfang berücksichtigt.
- Spielbarer Synthesizer im Browser ohne Installation oder Account
- Auswahl verschiedener saarländischer Klangquellen oder Klangkategorien
- lokaler Upload und Nutzung eigener Audioaufnahmen (kein Hochladen dieser Nutzer-Sounds auf den Server)
- Visuelle Darstellung des ausgewählten Samples als Wellenform
- Grafische Einstellung von Start- und Endpunkt des verwendeten Sample-Ausschnitts
- Bearbeitung zentraler Klangparameter wie Tonhöhe, Filter, Hüllkurven, Modulation, Effekte, Lautstärke, Panorama oder Granular-Parameter
- Speichern, Laden, Umbenennen sowie Import/Export eigener Presets und Projekte
- Aufnahmemöglichkeit und lokales Speichern eigener kurzer Stücke
- Strukturierter Audio-Corpus mit Metadaten zu Klangquelle, Ort, Kategorie, Aufnahmeart und Nutzungsrechten
- Bedienung über Tastatur und MIDI-Keyboard oder MIDI-Controller
- Einige kuratierte Start-Presets mit Bezug zum Saarland
- Responsives Design und verständliche Oberfläche für Musikvermittlung, Schulen, Workshops und öffentliche Nutzung
- Berücksichtigung von Datenschutz, Urheberrecht und Nutzungsrechten bei Field Recordings, Stimmen, Samples und hochgeladenem Material
- Sorgfältige Dokumentation des Quellcodes, um spätere Pflege und
Weiterentwicklung zu erleichtern - Veröffentlichung des Projekts unter einer geeigneten Open-Source-Lizenz
Optional:
- Sequencer-, Arpeggiator- oder Loop-Funktionen
- KI-gestützte Suche, natürlichsprachliche Klangbeschreibungen, Segmentierung oder Preset-Vorschläge
- Klangähnlichkeitssuche im Audio-Corpus
- Visuelle Ebene mit Bezug zu Klangquellen, Orten oder Parametern
- Workshop-Modus mit vereinfachter Oberfläche
- Weitere, in der Konzeption entstehende Features
Ziel
Entwicklung eines lauffähigen Prototyps eines webbasierten Synthesizers, der aus Field Recordings des Saarlandes spielbare Klänge erzeugt und für Vermittlung, Musikschulen, Workshops und künstlerische Projekte für mehrere Jahre genutzt werden kann.