Proseminar: FoodHCI - Grundlagen und Stand der Forschung

Examples of FoodHCI research projects by Mehta et al. (Arm-A-Dine: Towards Understanding the Design of Playful Embodied Eating Experiences, ACM CHI PLAY 2018), Maynes-Aminzade (Edible bits: Seamless interfaces between people, data and food, ACM CHI'EA 2005), Khot et al. (FoBo: Towards Designing a Robotic Companion for Solo Dining, ACM CHI'EA 2019).

Ziel des Proseminars:

In diesem Proseminar werden die theoretischen Grundlagen und der aktuelle Stand des Forschungsgebiets FoodHCI vermittelt. Hierzu wird für den ersten Teil des Seminars auf das Buch "Human-Food Interaction" von Rohit Ashok Khot und Florian ‘Floyd’ Mueller zurück gegriffen.

FoodHCI ist ein Forschungsbereich innerhalb der Human-Computer Interaction (HCI), der sich damit beschäftigt, wie digitale Technologien mit Essen, Trinken und essbezogenen Praktiken interagieren.

Konkret untersucht FoodHCI:

  • Wie Menschen Essen wahrnehmen, zubereiten, teilen und konsumieren, wenn dabei interaktive Technologien eingesetzt werden

  • Wie Technologie Geschmack, Geruch, Textur und Essverhalten beeinflussen oder erweitern kann

  • Wie digitale Systeme soziale, kulturelle und emotionale Aspekte des Essens unterstützen oder verändern

Typische Themen und Fragestellungen sind:

  • Multisensorische Interaktion: z. B. Geräte, die Geschmack, Geruch oder Mundgefühl digital stimulieren

  • Essenspraktiken & Alltagskontexte: Kochen, gemeinsames Essen, nachhaltiger Konsum

  • Gesundheit & Wohlbefinden: Unterstützung gesunder Ernährung ohne Überwachung oder Zwang

  • Soziale Interaktion: gemeinsames Essen über Distanz, digitale Tischrituale

  • Ethik & Kultur: Wie Technologien Esskulturen, Genuss, Autonomie und Privatsphäre beeinflussen

Methodisch verbindet FoodHCI:

  • Designforschung und Prototyping (z. B. essbare Interfaces, smarte Küchenobjekte)

  • Empirische Studien (Beobachtungen, Interviews, Feldstudien)

  • Kritische und spekulative Ansätze, um zukünftige Formen des Essens zu reflektieren

 

Weiter werden im Rahmen des Proseminars Kompetenzen zum wissenschaftlichen Denken und Präsentieren vermittelt.
So werden Teilnehmende im Rahmen des Proseminars jeweils zwei Vorträge (1x unbenotet, 1x benotet) halten, einmal als Moderator fungieren (unbenotet), einer anderen teilnehmenden Person Feedback zu einem Probevortrag geben (unbenotet), ein Full-Paper aus dem Bereich FoodHCI selbst recherchieren (unbenotet), sowie ein wissenschaftliches Poster zu einer eigenen Projektidee erarbeiten und präsentieren (benotet). 

Sprache des Proseminars ist Deutsch, Bücher und wissenschaftliche Papiere sind jedoch in englischer Sprache. Vorträge und schriftliche Abgaben können auf Deutsch oder Englisch gehalten bzw. abgegeben werden. 

Die Anmeldung erfolgt über das Seminarsystem: https://seminars.cs.uni-saarland.de/

 

Aufbau des Proseminars:

Das Seminar umfasst 3 Präsentationen:

  • Wissenschaftlicher Kurzvortrag (10 Minuten) + Diskussion (5 Minuten) [unbenotet]
    Den Teilnehmenden des Proseminars wird jeweils ein Kapitel aus o.g. Literatur zugeordnet. Die Zuordnung erfolgt dabei nach einem Präferenz-Voting der Teilnehmenden. Der zugeordnete Inhalt soll in einem kurzen Vortrag vorgestellt werden und im Anschluss Fragen dazu mit dem Plenum diskutiert werden. Ziel des Kurzvortrags ist es, früh im Proseminar Feedback zum eigenen Vortragsstil zu bekommen, und Übung im Vorbereiten von wissenschaftlichen Vorträgen zu sammeln.

 

  • Wissenschaftlicher Langvortrag (15 Minuten) + Diskussion (10 Minuten) [70% der Note]
    Die Teilnehmenden des Proseminars suchen sich jeweils drei wissenschaftlichee Full-Paper aus dem Forschungsbereich FoodHCI aus (Auswahlkriterien s.u.). Diese nach Präferenz sortierte Auswahl wird zur gegebenen Deadline (siehe CMS) von den Studierenden im CMS hochgeladen (PDF oder txt) und von den Dozenten nach der Deadline begutachtet. Den Teilnehmenden wird jeweils genau ein Paper zugeordnet, welches in einem ausführlicheren (im Vergleich zum Kurzvortrag) wissenschaftlichen Vortrag präsentiert wird. Im Anschluss an die Präsentation folgt eine kurze Diskussion im Plenum.

    Jeder teilnehmenden Person wird eine andere teilnehmende Person als Buddy zugeordnet (zufällig). Jeder Buddy trifft sich mit seiner zugeordneten Person einmal, um im Rahmen eines selbst zu organisierenden Probevortrags Feedback zur Präsenation und dem Präsentationsstil seines Buddys zu geben.

    Die Diskussion nach dem Langvortrag wird vom eigenen Buddy moderiert. Hierzu ist es notwendig, das der Buddy auch das Paper seiner zugeordneten Person gelesen und verstanden zu hat. Jeder Buddy soll mindestens drei inhaltliche Fragen vorbereiten, die den Vortragenden nach der Präsentation gestellt werden. Weiterhin ist es Aufgabe des moderierenden Buddys, Fragen aus dem Publikum entgegenzunehmen und die Diskussion zu moderieren. Dieses Vorgehen soll das Session Chairing auf wissenschaftlichen Konferzen wie beispielsweise der CHI nachbilden.

    Jedes zu recherchierende Paper muss folgende Kriterien erfüllen:
    • es darf nicht älter als 15 Jahre sein
    • es muss mindestens 8 Seiten im Doppelspaltenformat (ohne Referenzen) umfassen
    • mindestens zwei der drei auszuwählenden Paper müssen auf einer ACM (ACM Digital Library) oder IEEE (IEEE Xplore Digital Library) Konferenz publiziert worden sein

 

  • Wissenschaftliche Poster-Präsentation zu einer eigenen Projektidee [30% der Note]
    Neben den beiden Vorträgen wird eine wissenschaftliche Poster-Präsentation Teil der Note darstellen. Den Teilnehmenden wird jeweils ein Thema zugeteilt, in dessen Kontext eine FoodHCI-Anwendung bzw. -Studie erdacht und konzeptionell ausgearbeitet werden soll (eine Implementierung des Systems erfolgt nicht). Ziel ist es, das erworbene Wissen rund um FoodHCI auf ein Thema anzuwenden. Die erarbeitete Projektidee soll auf einem Poster im Format A1 (Hochkant oder Querformat) dargestellt und im Rahmen einer Postersession vor Ort präsentiert werden - ganz ähnlich, wie dies auch auf echten wissenschaftlichen Konferenzen geschieht. Bewertet werden dabei sowohl die Vorstellung des Posters durch die Teilnehmenden, als auch das Design des wissenschaftlichen Posters (siehe die unten gelisteten Kriterien). Hierzu ist ein 4 minütiger Pitch vorzubereiten, bei dem das Poster als visuelles Hilfsmittel genutzt wird.

 

Bei der Bewertung der Poster-Präsentation wird auf folgende Kriterien geachtet:

  • Inhalt und Kernaussage - prägnant zusammengefasst und direkt ersichtlich 
  • Selbständige Lesbarkeit – das Poster kann für sich alleinstehen und die Kernaussage ist auch ohne Erklärung klar 
  • Grafiken – genutzte Grafiken sind ansprechend, tragen zum Verständnis bei und sind visuell gut eingebettet 
  • Gestaltung und Lesbarkeit – klare Struktur, gute Gliederung, Schriftgröße aus 1-2m lesbar, reduzierte Textmenge 
  • Einsatz im Gespräch - Poster eignet sich als “visuelles Hilfsmittel” für die Präsentation, Kernpunkte schlüssig erklärt, offene Fragen oder Diskussionen lassen sich gut anschließen 

 

Bei der Bewertung der Vorträge wird auf folgende Kriterien geachtet:

  • Inhalt und Organisation
    • Klare Einleitung und Hintergrund
    • Logischer Fluss und Struktur
    • Geeignete Zusammenfassung
  • Präsentationsstil
    • Klare und hörbare Sprechstimme
    • Angemessenes Tempo und Timing (u.a. Einhaltung der Sprechzeit)
    • Professionelles Auftreten und Körpersprache, Enthusiasmus
  • Visuelle Hilfsmittel
    • Klare und lesbare Folien
    • Effektiver Einsatz von Grafiken, Diagrammen und Abbildungen
    • Angemessene Menge an Text und Informationen pro Folie
    • Ansprechendes Foliendesign
  • Umgang mit Fragen
    • Qualität und Genauigkeit der Antworten
    • Fähigkeit zum kritischen Denken während der Diskussion

 

 

Deadlines, Termine und Themen der Vorträge

In untenstehnder Tabelle sind die Präsenztermine aufgelistet. Deadlines zu den verpflichtenden Abgaben finden sich im CMS.

Datum und Zeit Raum Beschreibung Inhalt
2026-04-15 10:15–11:45 Turing 2, DFKI FoodHCI Kickoff Vorstellung des Seminars und Einführung in Präsentationstechniken
2026-04-29 10:15–11:45 Turing 2, DFKI FoodHCI - 4x Short A + Recherche Start
  1. Human-Food Interaction Kapitel 1 (Introduction, 5P)
  2. Human-Food Interaction Kapitel 4.1 (Rural Agriculture, 5P)
  3. Human-Food Interaction Kapitel 4.2 (Urban Agriculture, 6P)
  4. Human-Food Interaction Kapitel 4.3 (Vertical Farming, 3P) & Kapitel 5.1 (Instrumental Cooking, 3P)
2026-05-06 10:15–11:45 Turing 2, DFKI FoodHCI - 4x Short B
  1. Human-Food Interaction Kapitel 5.2 (Experiental aspects of cooking, 3P) & Kapitel 5.3 (Food Printers ..., 4P)
  2. Human-Food Interaction Kapitel 6.1 (Healthy Eating, 8P)
  3. Human-Food Interaction Kapitel 6.2 (Mindful Eating, 3 Pages) & Kapitel 6.3 (6 Pages)
  4. Human-Food Interaction Kapitel 6.4 (Solo Dining, 5P) & Kapitel 6.6 (Food, Play, and the magic circle, 4P)
2026-05-13 10:15–11:45 Turing 2, DFKI FoodHCI - 4x Short C
  1. Human-Food Interaction Kapitel 6.5 (Augmented Eating, 8 pages)
  2. Human-Food Interaction Kapitel 7.2 (Domestic Food Waste) & Kapitel 7.3 (Technological Solutions) (total 8P)
  3. Human-Food Interaction Kapitel 8.1 - 8.3 (Reflections on HFI A, 6P)
  4. Human-Food Interaction Kapitel 8.4 - 8.7 (Reflections on HFI B, 7P)
2026-05-20 10:15–11:45 Turing 2, DFKI FoodHCI - Ausweichtermin ggF. ausgefallene Talks & UMTL Poster Session
2026-05-27 10:15–11:45 Turing 2, DFKI FoodHCI - 3x Lang A  
2026-06-03 10:15–11:45 Turing 2, DFKI FoodHCI - 3x Lang B  
2026-06-17 10:15–11:45 Turing 2, DFKI FoodHCI - 3x Lang C  
2026-06-24 10:15–11:45 Turing 2, DFKI FoodHCI - 3x Lang D  
2026-07-01 10:15–11:45 Turing 2, DFKI FoodHCI - Ausweichtermin  
2026-07-08 10:15–11:45 Turing 2, DFKI FoodHCI - Postersession A  
2026-07-15 10:15–11:45 Turing 2, DFKI FoodHCI - Postersession B & Ende  

 

Nutzung von Large Language Models (z. B. ChatGPT)

Die Nutzung von Large Language Models (LLMs) wie ChatGPT ist im Rahmen dieses Seminars grundsätzlich erlaubt. Voraussetzung hierfür ist jedoch eine vollständige Transparenz und Dokumentation der Nutzung.

Alle Inhalte, die ganz oder teilweise unter Einsatz von LLMs entstanden sind, müssen klar und nachvollziehbar gekennzeichnet werden. Dies gilt insbesondere für:

  • Texte (z. B. Ausarbeitungen, Zusammenfassungen, Code, Übersetzungen)

  • Bilder oder andere visuelle Inhalte

  • Brainstorming-Prozesse, Ideenfindung, Konzeptentwicklung oder Strukturvorschläge

Die Dokumentation muss mindestens enthalten:

  • welches Tool (z. B. ChatGPT) verwendet wurde,

  • wofür es eingesetzt wurde (z. B. Ideengenerierung, Textentwurf, Bildgenerierung),

  • in welchem Umfang die Inhalte übernommen, angepasst oder weiterentwickelt wurden

Anwesenheit:

In diesem Proseminar besteht Anwesenheitspflicht (in Person, vor Ort am DFKI, pünktlich). Wird diese nicht erfüllt, kann kein Schein für die Veranstaltung ausgestellt werden. Ausnahmen sind nur möglich mit ärztlichem Attest oder Kollision mit einer Klausur einer anderen Veranstaltung. Vorlesungen, Übungsgruppen oder Tutorien anderer Veranstaltungen sind hiervon ausgeschlossen und können nicht als Grund des Fehlens geltend gemacht werden.

 

Organisation:

Dr. Felix Kosmalla (felix.kosmalla@dfki.de)
Dr. André Zenner (andre.zenner@dfki.de)
Prof. Dr. Antonio Krüger